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Herausgeber: Guido Blumer & Roger Rutz.
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«Wandzeitung» am Obertor 32.

Die älteste Zeitungsform und gleichsam die modernste:
365 Texte im Jahr hängen während eines Tages an der Wand,
und sie werden tags darauf im Blog diskutiert.

 


Ausnahmezustand bei der Winterthurer Stadtpolizei:

Heute bewegen, um morgen zu siegen.

«Mit Verständnis reagieren die Parteien auf die Krankheits- und Kündigungswelle im Polizeikader. Günthard-Maier macht die Sparaufträge der vergangenen Jahre für die Probleme verantwortlich». Zwei Schlagzeilen, welche die aktuelle Situation bei der Stapo beschreiben. Winterthur ist und bleibt die sicherste Grossstadt der Schweiz. Die Einwohnenden merken nichts von den Herausforderungen bei der Stadtpolizei, die guten operativen Dienstleistungen bleiben gewährleistet. Die Herausforderung bei der Stadtpolizei entstand nicht von heute auf morgen. Sie hängt mit der seit Jahren dauernden Überlastung bei den Kadern zusammen, die sich mit den Sparprogrammen verschärft hat. Abgesehen davon, dass in den letzten Jahren und Monaten einschneidende Sparmassnahmen umgesetzt wurden – zuletzt der Abbau von Verkehrslotsen, Politessen und dem Fundbüro – war auch eine zentrale Begleiterscheinung der Sparmassnahmen, dass kaum Investitionen getätigt und Führungsstrukturen nicht ausgebaut werden konnten. Das neue Polizeigebäude musste lange warten, Innovationen wurden alle in der Frontarbeit zum direkten Nutzen der Bevölkerung vorgenommen, die Schlüsselpositionen auf Führungsebene hingegen blieben seit vor 2000 unverändert, trotz der wachsenden Aufgaben. Die gleich bleibende Stapo-Geschäftsleitung musste damit neben dem operativen Tagesgeschäft neue Führungsaufgaben bewältigen und zusätzliche Projekte abwickeln, wie die Planung des neuen Polizeigebäudes oder die Erarbeitung der Vorlagen zur Polizeiverordnung, allen Sparvorlagen und den Gebührenerhöhungen. Die Stadtpolizei hat in den letzten Jahren gespart. Und nicht nur durch einen Abbau, sondern durch den Verzicht eines Aufbaus zusätzlicher Führungsressourcen. Der Führung der Stadtpolizei und der Departementsvorsteherin waren die Ressourcendefizite in der Führungsorganisation schon länger bewusst. Wie jedoch bekannt ist, musste der Stadtrat in den letzten Jahren noch drängendere Herausforderungen bewältigen, wie die Flüchtlingswelle oder die knappe Ressourcensituation. Er konnte seine Prioritäten nicht bei einem Ausbau der Führungsstrukturen der Stadtpolizei setzten. Mit den stark steigenden Ausfalltagen wurden Stadtrat und Parlament die Dringlichkeit der Situation bewusst. Sie erhöhten unverzüglich die finanziellen Mittel und bewilligten zumindest die dringend benötigte neue Stelle des vollamtlichen Kommandant-Stellvertreters. Damit kann die Stadtpolizei auch führungsmässig nach aktuellen Managementgrundsätzen aufgestellt werden. Schauen wir nach vorn und packen die nächsten Schritte an. Aktuell besetzt die Stadtpolizei die vakanten Positionen. Dann arbeitet sie am aufgegleisten Organisationsentwicklungsprojekt «Roadmap 20» weiter. Dieses hat zum Ziel, die Stapo bereits heute auf die absehbaren Herausforderungen der 2020er-Jahre auszurichten. Stadtrat und zuständige Gemeinderatskommission werden regelmässig informiert. Für Organisationsentwicklungen muss immer der richtige Zeitpunkt gefunden werden. Nicht nur bei der Stadtpolizei haben wir im Departement Sicherheit und Umwelt Reorganisationen eingeleitet, auch bei Schutz und Intervention, Melde- und Zivilstandswesen, Stadtrichteramt, Umwelt- und Gesundheitsschutz, im Departementssekretariat und bei Stadtwerk.


Barbara Günthard-Maier,
20.2.2017, 116. Jahrgang, Nr. 51.

Winterthurs kleinste Zeitung der Schweiz.