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«Wandzeitung» vom 24.1.2017:

Schliesslich kann man nie wissen:

Von schwarzen Katzen …

Das Wort Aberglaube und alles, was man damit verbindet, geht Hand in Hand mit einem spöttischen Lächeln und Schnauben. Oder meiden sie tatsächlich schwarze Katzen an einem Freitag, dem 13.? Das scheint doch ein wenig übertrieben und auch ziemlich lächerlich zu sein. Und gerade weil ich der Meinung bin, ein solches Verhalten sei übertrieben, würde ich natürlich auch gerne behaupten, ich zweifle keinen Moment an meiner Überzeugung. Denn obwohl ich eigentlich ein eher rationaler Mensch bin, stehe ich nicht völlig über solchen abergläubischen Dingen.

Ein gutes Beispiel dafür sind diese SMS, die verschickt wurden, als ich noch jünger war (nicht, dass ich mit meinen 18 Jahren schon alt wäre, es war im Primarschulalter). Nun weiss ich natürlich nicht, ob Sie über diese Nachrichten Bescheid wissen oder gar solche schon selbst bekommen haben, also erkläre ich kurz den Witz dahinter. (Eigentlich war es aber eher weniger lustig.) Kurz, es ging darum, dass man eine Nachricht bekam, in der eine mehr oder weniger gruselige Geistergeschichte geschrieben stand und darauf folgend der Satz: «Wenn du diese Nachricht nicht an mindestens fünf Freunde weiterschickst, wird auch dich der Geist heute Nacht heimsuchen und in Stücke hacken.»

Natürlich hat mein damaliges Ich augenverdrehend und tapfer – wie ich eben war – die Nachricht gelöscht, schliesslich bin ich doch nicht verzweifelt genug, fünf meiner Freunde mit so was zu belästigen. Doch obwohl ich wirklich nicht daran glaubte, dass ein Geist sich in mein Handy hacken kann, um nachzusehen, ob ich die Nachricht verschickt habe, und es dann tatsächlich auf sich nehmen würde, mich in der Nacht aufzusuchen und zu zerstückeln, schlief ich trotzdem mit Nachtlicht und Decke über dem Kopf.

Ich hoffe, dass ich nicht die einzige Person bin, die ab und zu zweifeln beginnt und sich Gedanken macht, ob es vielleicht doch noch mehr auf der Welt gibt als reine Chemie, Physik und Mathematik.

Schliesslich können auch die Naturwissenschaften nicht alles erklären und beweisen. In der Schule bin ich auf ein Zitat gestossen, welches ich in diesem Fall doch recht passend finde: «Die Naturwissenschaften wissen, dass sie nicht alles wissen.» Und genau weil wir eben nicht alles erklären können, bleibt immer ein klitzekleiner Zweifel, dass es eben vielleicht doch etwas Übersinnliches in der Welt gibt (wenn es uns noch nicht reicht, dass wir alle nur existieren, weil sich ein paar Moleküle eines vorher explodierten Sterns verdichteten).

Also sollte man vielleicht doch schwarze Katzen an einem Freitag den 13. meiden und nicht unter einer Leiter hindurchgehen? Schliesslich kann man nie wissen …


Noëlle Lee,
24.1.2017, 116. Jahrgang, Nr. 24.

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